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Summer School

Kunst, Kultur & Aktivismus

Call for Participation

Call for Participation

Die zweite Auflage der ZPK Summer School zum Thema Kunst, Kultur & Aktivismus findet vom 6. bis 12. September 2026 in Schülp (bei Nortorf) statt. Bewerbungsschluss für die Teilnahme ist der 31. Mai 2026.

1. Inhalt der Summer School

Seit Amtsantritt hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimar wiederholt gezeigt, was er von politischer Kunst und Kultur hält: Unliebsame linke Buchläden lässt er von Listen für Preisverleihungen streichen. Filmfestdirektorinnen, die sich zu Gaza äußern, werden einberufen, sobald auch nur der Anschein einer Politisierung im Raum steht. In der Debatte darum, wie politisch Kunst sein darf, macht der deutsche Kulturstaatsminister klar: was ihm politisch nicht passt, soll in deutscher Kunst- und Kulturproduktion keinen Platz haben.

Der Kulturpolitik Weimars stehen die Arbeit und das Selbstverständnis von Aktivist*innen in Kunst und Kultur gegenüber. Ihr explizit linker gesellschaftlicher und politischer Anspruch macht sie zur Zielscheibe rechter Akteure. „Artivists“, „woke Linksintellektuelle“, sowie „Activist Academics“ in den Geisteswissenschaften sind längst die bevorzugten Sündenböcke im konservativen Kulturkampf. Zeitgleich werden vielen linken Akteur*innen und Organisationen immer häufiger private und staatliche Fördermittel und Finanzierungen entzogen oder ganze Geldtöpfe für progressive Kulturförderungen eingestampft.

Die zweite Summer School des Zentrum für praktische Kulturwissenschaften widmet sich dem Verhältnis von Kunst, Kultur und Aktivismus in Zeiten multipler Krisen und zunehmender Faschisierung. Was passiert, wenn wir Kunst und Kultur als schon immer politisch verstehen und als Teil von Machtverhältnissen begreifen? Wer entscheidet dann was als Kunst und Kultur gilt und wer daran beteiligt sein darf? Und was bedeutet das für die künstlerische und kulturelle Praxis und Arbeit; wo fängt sie an und wer betreibt sie?

Die Summer School eröffnet zusätzlich den Raum, über die Voraussetzungen für eine Kunst und Kultur nachzudenken, die solidarisch ist und sozialen Wandel und echte Teilhabe ermöglicht. Welche Orte und Beziehungen sind für eine machtkritische Kultur notwendig, an der alle partizipieren können? Wie können wir uns gemeinsam organisieren – inner- und außerhalb sowie mit und gegen etablierte Institutionen und Betriebe?

2. Vorläufiges Programm und Referent*innen

Neben Programmpunkten des ZPK arbeiten eingeladene Referent*innen aus der Praxis mit Teilnehmer*innen in interdisziplinären und partizipativen Workshops zu folgenden Themen (weitere werden noch bekannt gegeben):

Kulturproduktion und Krieg mit Luna Ali:
Luna Ali ist deutsch-syrische Schriftstellerin und studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut und Anthropologie an der Universität Leipzig. Ihr Workshop wird sich mit Fragen von Kulturproduktion im Krieg (in Syrien und Deutschland) befassen.

3. Wer kann bei der Summer School teilnehmen?

Zielgruppe der Summer School sind Studierende und Forschende aus den Kunst- und Kulturwissenschaften (und verwandten Disziplinen) sowie Aktivist*innen, Kulturschaffende, Kulturbildner*innen, Kulturvermittler*innen und Künstler*innen. Die Veranstaltungssprache ist Deutsch. Teilnehmer*innen sollten bereit sein, deutsche und englische Texte zu lesen und Spaß daran haben, darüber zu diskutieren.

4. Datum, Ort, Anreise

Die Summer School findet vom Sonntag, den 6. September 2026 (Anreise bis ca. 16 Uhr) bis zum Samstag, 12. September 2026 (Abreise bis ca. 11 Uhr) im „Haus am Moor“ in Schülp (bei Nortorf) am Rande des Schülper Moors statt. Die Unterkunft ist ein Selbstversorgerhaus, d. h. wir werden die Mahlzeiten abwechselnd zubereiten und gemeinsam essen. Die Unterbringung erfolgt in Zweibettzimmern. Wir richten für den An- und Abreisetag einen Shuttle vom Bahnhof Nortorf zum „Haus am Moor“ ein. Alle Räume sind im Erdgeschoss und ebenerdig. Der Zugang zum Haus ist für Rollstühle über eine Rampe möglich. Weitere Fragen zu Barrieren im Haus beantworten wir gerne vorab per Mail. Weitere Informationen (auch zu spezifischen Bedürfnissen eurerseits) fragen wir außerdem nach finaler Zusage in einem gesonderten Formular ab.

5. Teilnahmegebühren

Die Unterkunft (5 Nächte) und Verpflegung werden vom ZPK gestellt. Alle weiteren Kosten, einschließlich der An- und Abreise zur Summer School, tragen die Teilnehmer*innen selbst. Teilnehmer*innen, die keinen Zugang zu anderen Fördermöglichkeiten haben, können eine Übernahme der Reisekosten beim ZPK beantragen.

6. Bewerbung und Frist

Bei Interesse an einer Teilnahme an der Summer School bitten wir um die Zusendung eines kurzen Bewerbungsschreibens (ca. 200 Wörter) in dem die folgenden zwei Fragen beantwortet werden: 1. Was ist dein Interesse an dem Verhältnis von Kunst, Kultur und Aktivismus? 2. Welche Erwartungen hast du an die Summer School? Bitte sende (in einem PDF-Dokument) das kurze Bewerbungsschreiben, deinen Namen, Beruf/Institution und Kontaktdaten bis zum 31. Mai 2026 an folgende Mailadresse: info [a] zpk.uni-kiel.de.

7. Teilnahmebestätigung

Alle Teilnehmer*innen erhalten ein Teilnahmezertifikat. Dieses belegt die Inhalte der Summer School, die erworbenen Kenntnisse, die Literaturliste, sowie für Studierende zusätzlich den Workload (in Semesterwochenstunden).

8. Über die Veranstaltenden

Veranstalter der Summer School ist das Zentrum für praktische Kulturwissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ansprechperson ist Anton Wegener.